Spitzeninnovation in Deutschland

Herausforderungen: Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit

  • Für Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa Handlungsfelder definieren und Maßnahmen angehen, die den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen gleichermaßen entsprechen und sie in ein schlüssiges Konzept der Transformation unserer Wirtschaft zusammenfassen. 
  • Auf allen Ebenen mit ausgearbeiteten Strategien reagieren: in den besonders betroffenen Branchen, in den betroffenen Unternehmen und bei den dort Beschäftigten und ihren Arbeitsplätzen. 
  • Eine aktive Gestaltung der Veränderungen hin zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft, in der die Forschungs- und Entwicklungsstärke unserer exzellenten Wissenschaftsstandorte noch stärker für die Innovationskraft der Unternehmen nutzbar gemacht wird.

Rheinland-Pfalz – führend in Innovation, sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltig-keit

  • Rheinland-Pfalz mit der Transformation zu einer der weltweit innovativsten, sozial gerechtesten, und nachhaltigsten Regionen machen. 
  • Die traditionellen Stärken unserer Industrie erhalten und auch weiterhin ein führender Chemie-, Maschinenbau- und Fahrzeugzulieferstandort sein. 
  • Neue Produkte und Produktionsformen, die weltweit Standards setzen für Innovation, Effizienz, sparsamen Energie- und Ressourcenverbrauch, faire und verantwortliche Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit. 
  • Eine Gründungsoffensive, um Wertschöpfung für die Industrie zu ermöglichen und neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen eine Chance zu geben. 
  • Die rheinland-pfälzische Wirtschaft als Partner der Welt bei den Produkten, die die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten vorrangig braucht: Energieerzeugung und -verteilung, Bildung, Mobilität und Gesundheitswirtschaft.
  • Regionale Innovationscluster in den Industriebranchen und -regionen unseres Landes, vor allem der Automobilzulieferindustrie, unterstützt aus Mitteln des Bundes.

Digitalisierung

  • Neue Unternehmen, Geschäftsmodelle, Berufe, Güter und Dienstleistungen durch die Digitalisierung entstehen lassen. 
  • Die aus der Digitalisierung entstehenden Möglichkeiten nutzen, um wirtschaftlichen Erfolg, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe gleichermaßen zu organisieren.
  • Große Investitionen in Infrastruktur und Bildung und die Öffnung neuer und unbürokratischer Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Technologieunternehmen zu sichern.
  • Finanzielle Unterstützung und Beratung für Gründer/innen durch ein Gründungsstipendium, auch im Land.
  • Wirtschaft und Wissenschaft zur Nutzung der Künstlichen Intelligenz vernetzen., eine neue Forschungsinitiative zu KI, auch im Hinblick auf Mobilitäts-Fragen. 
  • Unterstützung des international führenden Kompetenzfeldes „Funktechnologie“ (5G) in Kaiserslautern.
  • Eine zielgerichtete Unterstützung der Games-Branche, auch im Hinblick auf ihre innovativen Beiträge zu industriellen Anwendungen. 
  • Gezielte Maßnahmen in der Medizinbranche und im Krankenversicherungsbereich, etwa im Raum Koblenz. 
  • Ein leistungsfähiges 5G-Netz schaffen und erste Schritte ins 6G-Netz tun.

Gesellschaftliche Akzeptanz

  • Gesellschaftliche Diskurse um eine demokratische und soziale Gestaltung und Anwendung neuer Technologien wie KI mit Vertretern aus Regierung, Unternehmen, Gewerkschaften, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. 
  • Klare gesetzliche, auch arbeits- und sozialrechtliche Regeln, deren Einhaltung kontrolliert wird und bei Verstößen wirksame Sanktionen vorsieht. 
  • Selbstständig Erwerbstätige auf Plattformen müssen das Recht haben, sich zu organisieren und Kollektivverhandlungen über ihre Arbeitsbedingungen zu führen. 
  • Entscheidungen mit rechtlicher oder ähnlicher erheblicher Wirkung dürfen nicht allein Maschinen oder Algorithmen überlassen werden. Entscheidungen über Menschen, bspw. Änderungen von Tätigkeiten, Arbeitsabläufen und Arbeitsmenge dürfen nur durch Menschen und nicht durch Maschinen getroffen werden.
  • Die Stärkung von Selbstbestimmung und Schutzrechte bei mobiler Arbeit. 
  • Wirtschaftliche und rechtliche Gleichberechtigung von Frauen in der industriellen Arbeitswelt und Maßnahmen zur Stärkung der Diversivität in den Unternehmen. 
  • Einen fairen Wettbewerb in der Plattformökonomie. 
  • Die Gründung einer Transformationsakademie, um insbesondere KMU zu beraten und zu unterstützen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren. 
  • Regionale Innovationsräte unter Beteiligung von Unternehmen, Verbänden, Betriebsräten und Gewerkschaften.

Aktive Klimapolitik und Nachhaltigkeit

  • Rheinland-Pfalz in einem Korridor zwischen 2035 und 2040 über Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien klimaneutral machen.
  • Nicht den Rückbau von Kapazitäten im verarbeitenden Sektor, sondern die Verbindung von Wasserstoff mit seiner industriellen Nutzung.
  • Ausbau des überregionalen Stromnetzes und der Verteilnetze für Wasserstoff. 
  • Ausbau und Modernisierung (Repowering) von Windkraftanlagen.
  • Entwicklung, Kommerzialisierung und Bau von Speicheranlagen. 
  • Dauerhafte Reduktion der EEG-Umlage und die Umlage-Befreiung von Eigenstromerzeugung, um mehr Planungssicherheit, Preisstabilität und wirtschaftliche Anreize zu schaffen.
  • Ein umfassendes Beratungsprogramm Ressourceneffizienz.
  • Förderung des Innovationspotentials der Feuerfest-Industrie zur Energieeinsparung. 
  • Modernisierung des öffentlichen Vergaberechts mit der Einbeziehung eines Nach-haltigkeitsfaktors zur Stärkung regionaler und ökologischer Kriterien sowie zur Förderung innovativer Baustoffe, Materialen und Technologien. 
  • Starkes Tariftreuegesetz; staatliche Zuwendungen nur noch an solche Unternehmen, die grundlegende Tarifstandards einhalten. 
  • Einhaltung und Weiterentwicklung des Lieferkettengesetzes, auch um eine globale Klimapolitik zu unterstützen.  
  • Unterstützung des Einsatzes von Holz und nachwachsenden Rohstoffen im Bau. 
  • Entbürokratisierung, Verkürzung der Bearbeitungszeiten und Beschleunigung der Genehmigungen von Maßnahmen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz und zur Erleichterung von Unternehmensgründungen.

Aus- und Weiterbildung

  • Befähigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Umgang mit veränderten Geschäftsprozessen , schon beginnend mit der Ausbildung. 
  • Qualifizierungsangebote und -strukturen, die Auszubildende, Beschäftigte, Betriebe und Bildungseinrichtungen gleichermaßen umfassen. 
  • In den Bereichen Beschäftigung, Qualifizierung und Weiterbildung, neue Projekte und Förderansätze zu entwickeln. 
  • Nachhaltige Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräfte-Mangels durch Qualifi-zierungsmaßnahmen.
  • Eine bedarfsgerechte Ausstattung der Berufsschulen und kontinuierliche Qualifizierung der Lehrenden in den Bereichen Prozessdigitalisierung, digitale Produktion sowie Medienproduktion und –didaktik.
  • Das lebenslange Lernen muss sowohl für Arbeitskräfte aller Qualifikationsniveaus als auch für Arbeitgeber/innen zur Selbstverständlichkeit werden und entsprechend gefördert werden.

Zukunft für den Industriestandort Rheinland-Pfalz durch Forschung, Wissen-schaft und Transfer

  • Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Akademien, mehr und bessere Schnittstellen. 
  • Ausbau der Gründer- und Technologiezentren, der existierenden IT-Netzwerke und der neu entstandenen Digital Hubs.
  • Die Stärkung einer Wissenschaftsstruktur, die zumindest in zwei Bereichen Weltspitze ist: die Verbindung von Elektrotechnik, Maschinenbau und IT an und im Umfeld der Technischen Universität Kaiserslautern und von Medizin, Life Sciences und Biotechnologie an und im Umfeld der Johannes-Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin in Mainz.
  • Die Unterstützung des Ausbaus der Region Mainz und Rheinhessen zu einem weltweit führenden Standort der Biotechnologie aus Mitteln des Bundes. 
  • Das erfolgreiche Zusammenwirken des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0, der Smart-Factory, dem Institut für Technologie und Arbeit (ITA) an der TU Kaiserslautern und der dort ansässigen Forschungsinstitute weiter stärken.
  • Durch die Schaffung dezentraler Technologie-Cluster Unternehmen und Forschungseinrichtungen in wichtigen Schlüsseltechnologien wie etwa Speichertechnologien und Digitalisierung oder Biotechnologie im Verbund zu bundesweiten Leuchttürmen aufbauen.

Automobil- und Maschinenbau, Stahl und Eisen

  • Existierende Wasserstoffstrategie für Nutzfahrzeuge weiter entwickeln. 
  • Die Förderung der Transformation in der Industrie muss zum Teil generell (Infrastruktur, Bildung) branchenspezifisch, zum Teil auch mit regionalen Schwerpunkten erfolgen. Unterstützt und gefördert werden mit EU-, Bundes- und Landesmitteln sollten zentrale Branchen und Regionen: 
  • Automobilzulieferindustrie: Vorder- und Südpfalz, Nord- und Westpfalz, Koblenz/Mittelrhein, Hunsrück und Nahe-Region. Eifel & Mosel, Westerwald, Altenkirchen/Siegerland, Raum Trier. 
  • Automobilbau: Süd- und Westpfalz 
  • Metallindustrie, Stahl und Guss: Koblenz/Mittelrhein, Westpfalz, Eifel 
  • Medizintechnik: Koblenz/Mittelrhein
  • Maschinenbau: Vorderpfalz, Westpfalz, Eifel und Mosel 
  • Chemische Industrie: Vorderpfalz 
  • Biotechnologie: Rheinhessen 
  • Medizintechnik: Koblenz/Mittelrhein, Westerwald 
  • Logistik: Koblenz/Mittelrhein, Rheinhessen, Vorderpfalz, Eifel, Trier.

Wasserstoff und Chemieindustrie

  • Eine umfassende rheinland-pfälzische Wasserstoff-Strategie für den Verkehrs- und den Industriebereich, unterstützt aus Mitteln des Bundes.
  • Die dazu notwendigen Infrastrukturmaßnahmen incl. des Ausbaus eines eigenen Wasserstoff-Netzes, insbesondere für hochreine Anwendungen im Bereich der chemischen Industrie. 
  • Die umfassende Nutzung von „grünem“ Wasserstoff sowie übergangsweise die Nutzung von anderen CO2-neutralen („blauen“ oder „türkisen“) Wasserstoffen.
  • Der Aufbau und die dauerhafte Erhaltung einer klimaneutralen, dem Verbraucher- und dem Arbeitnehmerschutz verpflichteten und wirtschaftlich erfolgreichen Chemieindustrie als unverzichtbaren Teil unserer Industriegesellschaft. 
  • Länderübergreifende Kooperationen, etwa im Wasserstoff-Verbund Baden-Würt-temberg/Saarland/Rheinland-Pfalz. 
  • Die Berücksichtigung der führenden Umwelt- und Sozialstandards der deutschen chemischen Industrie in der Entwicklung und Umsetzung der neuen Chemikalienstrategie der EU als Teil des „Green Deals“.